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Montag, 1. Januar 2018

/// Finale <----

Perfektes Wetter vor der letzten Nacht im Zelt (am 27.10.)
In den letzten Wochen vor unserer Ankunft realisieren wir immer mehr, dass unsere Reise bald zu Ende sein wird.
Am Ende werden wir 172 Tage unterwegs gewesen sein und in dieser Zeit eine Strecke von 7750 km zurückgelegt haben.
Momente und Eindrücke der vergangenen Monate passieren nun immer mal wieder Revue und es macht sich Wehmut breit. Wie wird unser Leben zuhause weitergehen? Kommt der Alltag zu schnell zurück? Geht alles seinen normalen Gang und bleibt wie es ist? Oder wird die Inspiration, die wir unterwegs mitgenommen haben, unsere "normales" Leben auf den Kopf stellen?
Wir sind uns einig, dass es keinen Weg zurück gibt. Wir hatten und haben keinen konkreten Plan, nichts desto trotz ist alles anders. Zu sehr hat uns die Zeit - dieses halbe Jahr - gezeigt, dass das Leben zu kurz ist, um jahrelang auf etwas zu warten, was am Ende ohnehin nicht kommt, wenn man sich nicht von selbst auf den Weg macht. Was das ist, müssen wir noch herausfinden.



Ob ihr die Freiheit fehlen wird?


Mit all diesen und vielen weiteren Gedanken im Kopf radeln wir unsere letzten Kilometer zu unserem selbstgesteckten Ziel (und Startpunkt). Es sind nicht nur die letzten Kilometer auf unserer Reise, es ist auch das letzte Mal zelten, das letzte Mal Sonnenschein tanken, das letzte Mal den ganzen Tag unterwegs ohne zurück zu müssen, am Ende war alles das letzte Mal. Diese Reise ist am Schluss zu Ende.

Mainz: 243km. Das Ziel rückt näher...


Aber jedes Ende ist gleichzeitig der Beginn von etwas Neuem und mit unserer Ankunft und damit offiziellem Ende unserer Reise markieren wir am 09.11.2017 gleichzeitig den Start für was immer nun kommen möge 😀




Stulle !!!
Im Café unseres heimlichen Sponsors "Stullen Andi" 😉 werden wir als aller erstes ordentlich mit fantastischen Stullen versorgt. Als wir frisch gestärkt nach der langen Zeit unsere Wohnung betreten, wird es noch einige Tage dauern, bis wir realisieren, was wir gerade geschafft haben und sind ein kleines bisschen stolz auf uns. 😊






 
Fortsetzung folgt ...















Sonntag, 23. Juli 2017

Dänemark: Ein Paradies für Radfahrer

Grenzübertritt
Ganze zwei Wochen haben wir uns Zeit gelassen, um gemütlich durch Dänemark zu radeln und wir sind begeistert. Es ist so angenehm hier mit dem Rad unterwegs zu sein. Vor allem Kopenhagen ist absolut sehenswert. Das Land ist bis auf einige Hügel meist flach und unterscheidet sich in den ländlichen Regionen nicht sehr von Schleswig-Holstein. Man sieht viele Reetdächer und Windräder, der dazugehörige Wind bläst genauso wie an der deutschen Küste. Auch wir durften erfahren, dass eine raue Brise an der Küste nicht zu unterschätzen ist und viel mehr Energie kosten kann als so mancher Berg. 


Gewöhnlicher Radweg an einer Landstraße
Sehr erfreulich war, dass der viele Verkehr endlich ein Ende hatte, die Straßen sind frei. Es gibt breite Radwege in einem top Zustand, teilweise sogar zweispurig, sodass man nebeneinander fahren und sich unterhalten kann ohne Gegenverkehr oder überholenden Fahrzeugen ausweichen zu müssen. Ein weiteres Plus ist, dass der Radfahrer gerade im urbanen Raum oft seine eigene Ampel und Abbiegerspur hat. Lästiges Warten an Fußgängerampeln und komplizierte Wegeführung an vielbefahrenen Kreuzungen ist passé. Hier hat sich jemand wirklich Gedanken gemacht!
Wo der Radweg fehlt sind so wenige Autos unterwegs, dass er ohnehin nicht notwendig ist. Das Phänomen der Landflucht kann man nämlich leider auch hier beobachten. Sobald wir uns von den Städten entfernten, entdeckten wir vermehrt verlassene, heruntergekomme Häuser und leere Geschäfte.

Aber nicht nur die Radwege sind ein Paradies, auch die Übernachtungsmöglichkeiten sind optimal für Radreisende. 

Shelter
Während unserer Zeit in Dänemark mussten wir kein einziges Mal auf einem Campingplatz übernachten, sondern nutzten das tolle Angebot der im Land verteilten Wetterschutzhütten (z.B. über bookashelter.com oder kostenlos über die Shelter-App). Eine einfache Holzhütte, zu einer Seite offen, war sie uns schon bei einigen Wind- und Regentagen ein willkommener Unterschlupf. Meistens befindet sich vor Ort auch eine Feuerstelle und ein Tisch mit Bänken. Manchmal hat man sogar den Luxus ein Plumpsklo und Zugang zu frischem Trinkwasser vorzufinden. Da Lebensmittel in Dänemark relativ teuer sind, kamen die maximal 30Kronen (ca. 4€) Spende für die ehrenamtlichen Leute, die diese Plätze pflegen, unserem Budget sehr zu Gute.  
Auf unserem Weg fuhren wir an vielen kleinen Verkaufsständen an der Straße vorbei, an denen man sich mit frischen Erdbeeren, Kartoffeln, selbstgemachtem Honig und Marmelade versorgen konnte; voller Vertrauen, dass der genannte Preis in der Spardose zurückgelassen wird. Verhungern kann man hier als Reisender also nicht, wobei die Supermärkte zusätzlich jeden Tag geöffnet haben. Wir vergessen schonmal gerne welcher Wochentag ist, da das für uns momentan ohnehin keine Rolle spielt...es ist quasi immer Wochenende :-)


Radwege in Kopenhagen
Wie Radfahrerfreundlich dieses Land ist, zeigt sich vor allem in der Hauptstadt. Wer in Kopenhagen nicht mit dem Rad fährt ist ziemlich doof. Bei der vorhandenen Infrastruktur ist das Rad das beste und schnellste Fortbewegungsmittel. 67% aller zurückgelegten Wege werden von den Kopenhagenern mit dem Fahrrad bestritten, obwohl nur 7% der Straßen als Radweg dienen; gefühlt natürlich mehr. Es gibt Fahrradläden und -werkstätten an jeder Ecke, massenhaft Stellplätze und man sieht alle möglichen Variationen an Lastenrädern. Diese dienen als Transportmittel von Kindern, über die Einkäufe bis zur eigenen Oma.



Wenn das Radfahren so attraktiv gestaltet wird, steigen mehr Leute aufs Rad- eigentlich logisch!
Nicht immer bestimmt die Nachfrage das Angebot, gerade in diesem Bereich ist andersherum der bessere Weg. Wenn man wartet, bis sich alle auf Rad setzen und dann beschweren, dass keine Infrastruktur vorhanden ist, kann man lange warten. Vor allem, wenn man sich das Ziel setzt, Verkehr und Abgase in den Städten zu reduzieren. 

Ein anderes Mittel könnte die Einführung einer zusätzlichen KFZ-Steuer sein. Ein Freund erzählte uns, dass diese 150% des Kaufpreises in Dänemark beträgt. Kein Wunder, dass so wenige und vorwiegend alte Autos auf den Straßen Dänemark unterwegs sind. Wie auch immer, eine nachhaltige, ökologische Verkehrswende kann nur durch politischen Willen erzeugt werden. Dänemark ist ein gutes Beispiel. 

Teuer aber doppelt lecker !!! :)
 

Achso, der dänische Staat hat sich noch etwas anderes überlegt um seine Bürger fit zu halten: Die Zuckersteuer. Das Geld, was wir bei der Übernachtung gespart haben, zahlten wir bei Lakritze, Schokolade und Backwaren wieder drauf. Diese Leckereien waren es uns jedoch absolut wert. Wer so viel Sport macht, darf auch schlemmen.



Abschließend können wir sagen, dass Kopenhagen zu einer unserer Lieblingsstädte geworden ist. Wir wären gerne länger geblieben. Nicht nur kulturell sehr vielseitig, sondern auch architektonisch. Eine schöne Mischung aus historischen Gebäuden und moderner Architektur. Keine einheitlichen Glaskästen, sondern total individuelle und innovative Lösungen. Als bekanntester Architekt ist hier nur BIG (Bjarke Ingels Group) zu nennen. Der verwandelt beispielsweise eine unattraktive Mullverbrennungsanlage, die niemand in seinem Stadtteil haben möchte, in eine einzigartige Skipiste und Touristenattraktion.

Kopenhagen Nyhavn

Wir sind gespannt, wie es in Schweden weitergeht, zumal wir dort eine deutlich längere Zeit verweilen. Dazu setzen wir in Helsingør in unserer eigenen Wartespur ein letztes Mal mit der Fähre über.


unterwegs an der dänisches Ostseeküste